1992 ist das Geburtsjahr von bergundsteigen. Viel hat sich getan in dieser Zeit – zum 30-Jahr-Jubiläum schauen wir zurück auf 30 Jahre Bergsport und greifen ein paar Aspekte dieser Entwicklung heraus.
Schon anhand von Zahlen zeigt sich, was sich in den vergangenen drei Jahrzehnten in der Bergwelt getan hat – ob Klimawandel, Klettern, Inflation, Schutzgebietserweiterungen oder den Ansätzen einer Frauenbewegung in den Verbänden.
Vor 30 Jahren wurden großartige Leistungen im Bergsport vollbracht, nicht zuletzt wegen der Technologien, die in dieser Zeit die Outdoor-Industrie eroberten. Gleichzeitig lieferten Athlet*innen Ideen für neue Produkte. Die amtierende Kletter-Weltmeisterin – erste WM 1991 – hieß Susi Good aus der Schweiz, der Meister Francois Legrand aus Frankreich; Lynn Hill kletterte mit der Route „Simon“ im Frankenjura als erste Frau eine Route im Grad 8a onsight. Hans Kammerlander bezwang im August alle Matterhorn-Grate in 24 Stunden und legte dabei ca. 8500 Höhenmeter zurück. Wolfgang Güllich starb im August 1992, damals hatte er bereits mit „Action Directe“ 1991 den 11. Grad geklettert.
Es war das erste Mal, dass die Alpinismus- Community sich einen freiwilligen Ehrenkodex gab, für eine gute Zukunft von Mensch und Natur. Doch wer kennt sie heute noch, die „Tirol Deklaration“? Und wäre sie heute nicht wichtiger denn je?
Es war einmal ein alter Philosoph, der stellte seinen Schülern die Frage: „Sind wir eigentlich Menschen, weil wir zu den Sternen hinaufblicken oder blicken wir zu den Sternen, weil wir Menschen sind?“ Nach einer Weile antwortete der jüngste seiner Novizen: „Meister, schauen denn die Sterne auch zurück?“ Anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums von bergundsteigen wird es Zeit, philosophisch zurück- und zugleich vorauszublicken.
Im Rahmen ihrer Recherchearbeit zum Everest-Artikel der Ausgabe #121 interviewt Nadine Regel drei Persönlichkeiten aus der Expeditionsszene über die kommerziellen Entwicklungen im Höhenbergsteigen in Nepal.
Nadine Regel hat sich im Frühling 2022 auf Recherche bis ins Everest-Basecamp begeben, um den Entwicklungen der letzten 30 Jahre vor Ort nachzuspüren. Hier einige der Entwicklungsschritte in der Kommerzialisierung der 8000er.